was meiner Meinung nach wiederum ein großer Fehler wäre
Ein gigantischer Fehler. Das ändert aber alles nichts an der Tatsache.
Wie ich ja schon schrieb, es gab eine Zeit, da war das AmigaOS allen Konkurrenten inklusive MacOS einfach haushoch überlegen. Egal von wo man was von Innovationen hörte, spätesten die mit AmigaOS 3.x haben alle da gesessen und sich gefragt, wann die angekündigte Innovation kommt. Selbst das aktuelle AmigaOS 3.2 kann durchaus noch mithalten. Es gibt ein paar Unzulänglichkeiten aber die könne man verschmerzen bzw. auch nachbessern. Nur läuft da kein aktueller Browser drauf, was die Sache wieder schwierig macht.
Dann einfach nur falsches Marketing. Kein Unternehmen wollte Amigas in ihrer Firma haben, denn das sind ja Spielcomputer. Peng, Game Over.
Gleiches Spiel bei Linux. Das ist ein System für Nerds. Will man nicht. Ausserdem, welches Linux denn nun? Da habe ich mich ja schon darüber ausgelassen.
Firmen die mit ihrer Software Geld verdienen wollen wollen aber oft kein Linux unterstützen. Da kann man nicht einfach ein Programm verkaufen. Das müsste man dann für alle grossen Distros anbieten und die Open Source Geschichte, ach nee lass mal.
Deshalb denke ich, irgendwann wird wieder einer auf den Plan treten und sagen, ich hab das geilste OS das ihr euch vorstellen könnt. Der hat dann das entsprechende Talent und verkauft das so, dass jeder Geld darin sieht. Der überzeugt dann auch die grossen Softarehersteller und kommt damit durch.
Der richtige Weg wäre, in meinen Augen, wenn ein staatlich initiiert und gefördertes Projekt zur Entwicklung eines OS ins Leben gerufen werden würde. Dieses müsste von Leuten wie zum Beispiel dem CCC dann zertifiziert werden, damit alles Datenschutzrichtlinien auch eingehalten werden. Ob nun Open Source oder nicht, Hauptsache da sitzen findige, unabhängige Leute, die sich den Code vornehmen können.
Knackpunkt Hardware. Das ist auch ein Grund warum ich sage, es sollte von staatlicher Seite kommen. Denn von der Seite kann an auch Anreize oder vielleicht auch Druck auf Hardwarehersteller ausüben, damit die auch die notwendigen Treiber liefern. Das beste OS nutzt ja nichts, wenn keine Grafikkarte drin läuft. Mit steigender Verbreitung ist das natürlich von sich aus kein Problem mehr, aber gerade am Anfang müssen da wahrscheinlich die notwendigen Anreize geschaffen werden. Insofern die Treiber nicht ohnehin irgendwo Open Source zu finden sind und von den Entwicklern des OS portiert werden können. Was die bessere Alternative wäre.
Noch ein Punkt, der für staatliche Macher spricht ist der Anreiz für Softwarehersteller. Wenn ein Staat oder gar die EU sagen würde, in Zukunft laufen alle Rechner in allen Ämtern aus Sicherheitsgründen nur noch mit dem OS, dann kloppen sich die Hersteller direkt darum, ihre Software dafür zu portieren. Eine bessere Chance einen Stich gegen Microsoft Office zu bekommen ergibt sich so schnell nicht mehr.
Ausserdem könnte ein staatlich entwickeltes OS auch dafür sorgen, dass die Verbreitung schnell vonstatten geht. Mal angenommen die sagen also, jeder der in dem Staat oder der EU lebt kriegt das OS Kostenlos. Alle Ämter regeln die Digitalisierung ebenfalls aus SIcherheitsgründen nur noch über dieses OS am vielleicht mit spezieller Software.
Aber da ist dann wieder dieses hätte, wäre, wenn. Viele würden das OS ablehnen, kommt ja vom Staat und da wird man ausspioniert. Ob da jetzt unabhängige Gutachter drauf schauen oder nicht, dieses OS hätte immer damit zu kämpfen. Ist ja nicht so das Windows das nicht auch macht und man es sogar mit den AGB erlauben muss. Aber trotzdem. Staat ist ja immer nur böse.
Allerdings könnte man auch Bountyhunter auf den Plan rufen. Jeder der dem OS Spionage, Backdoors oder sonstige Schweinerei nachweisen kann, der kriegt Geld. Oder der es schafft in einen PC mit diesem OS einzubrechen. Irgendwie sowas.
Ich muss aber wahrscheinlich nicht sagen, dass es zu so etwas niemals kommen wird.