Also da rennst du bei mir offene Türen ein. Wie unvorsichtig viele Firmen mit persönlichen Daten umgehen, schreit schon fast nach Dummheit. Daten werden einfach mal so irgendwo unverschlüsselt in die Cloud geparkt. Egal ob jetzt bei OneDrive, Drive, Evernote oder Amazon. Da liegen oft sehr sensible Daten von Personen und das unverschlüsselt. Oder aus Bequemlichkeit wird das Wlan per WPS Verschlüsselt. Stellenweise wird Kunden sogar der Zugang zum Netz gestattet und das nennt man dann Service.
Nichts davon ist von Hause aus schlecht. Es ist nichts dagegen zu sagen, Daten auf einem externen Speicher auszulagern, gerade auch im Bezug auf Verfügbarkeit unterwegs. Doch dann bitte verschlüsselt. Aber halt. Verschlüsselung muss man ja einrichten. Kann man es nicht selbst, muss das ein ITler machen und der will dafür Geld. Ausserdem muss man auch die richtigen Schlüssel zur Verfügung haben. Das geht ja mal gar nicht!
Oder beim WLan. Ja, es ist guter Service, wartenden Kunden den Zugang zum Internet zu gewähren. Aber das muss man ja nicht im Firmennetz machen. Aber ein Gast-Netzwerk bereitstellen, ist ja auch wieder Aufwand.
Kurz gesagt, je grösser der Aufwand und je teurer es wird, desto mehr wird Sicherheit über Board geworfen.
Ich kann es ja aus persönlicher Erfahrung beschreiben. Ich wollte eine Cloud, die auf einem von mir kontrollierten Rechner läuft, mit Festplatte, auf die ich physischen Zugriff habe. Das zu realisieren ist Aufwand. Man braucht einen Rechner, der auch wirklich dauerhaft erreichbar ist. Da bietet sich ein Pi natürlich an. Geringer Stromverbrauch, kleine Bauform, keine Lüfter usw. Da geht es dann schon los. Der will auch eingerichtet werden. Klar, man kann ein fertiges Image drauf bügeln. Das ist in meinen Augen aber pure Verschwendung, denn selbst ein Pi3 hat dafür zu viel Power. Wenn der dann aber eingerichtet ist, geht es direkt weiter. Daheim im Netzwerk läuft das ja super, aber wie kommt man über das Internet dran? Man will ja nicht nur zuhause die Cloud benutzen können. Aber zum Beispiel Vodafon bietet keine Möglichkeiten, eine Verbindung von draussen herzustellen. Also muss man entweder ein DynDNS Service verwenden, oder man mietet sich einen Server und tunnelt die Verbindung darüber. Habe ich gemacht, ist nicht schwer. Aber! Man will ja eine verschlüsselte Verbindung und das geht über einen Tunnel nicht wirklich gut. Also braucht man so etwas wie einen Reverse-Proxy und dafür ein SSL-Zetifikat. Ist mit LetsEncrypt ja einfach, aber dafür muss auch ein Webserver existieren, der eingerichtet sein will. Oder man macht ein VPN. Das muss aber dann auch überall eingerichtet sein und manche Apps verstehen sich nicht darauf. Probleme, Probleme, Probleme. Alle lösbar,, bei mir läuft es ja auch. Aber es ist mit Aufwand verbunden und falls man es nicht selbst kann, mit Geld und Vertrauen.
Habe da in einer Schublade einige verbrannten Karten und mSDs.
So eine Schublade habe ich auch. Zu Beginn meiner Linux-Zeit, als ich von Sticks und Karten noch nicht wirklich den Plan hatte, fand ich die Idee total spannend, einen Stick als Swap-Partition einzurichten. Im Vergleich zu meiner restlichen Hardware war das tatsächlich ein Gewinn. Mich hat es nur gewundert, warum auch teuere und in vielen Testberichte als durchaus robuste Sticks nach relativ kurzer Zeit die Grätsche gemacht haben. Tja, mittlerweile bin ich schlauer. SSDs sind ja eigentlich das Gleiche in Grün, wenn auch mit deutlich mehr Schreibe-/Lesezugriffen. Aber wichtige Daten speichere ich da auch nicht drauf. Meine Cloud läuft auf HDD. Ist wohl langsamer, aber die halten wenigstens. Ich habe immer noch meine aller erste Quantum Atlas und die läuft heute noch. Auch wenn 100 MB in der heutigen Zeit ja doch eher lachhaft sind. Aber, sie läuft. Meiner erste SSD hat sich exakt einen Monat nach Ablauf der Garantie verabschiedet.