Ohne in die Politik abschweifen zu wollen: Es gibt gute gesellschaftliche Gründe, warum das Bilden und das Aufrechterhalten von Monopolen vom Gesetzgeben eingeschränkt wird. Das gilt insbesondere für BigTech. Deren negativen Folgen sind für mich ein Anreiz, BigTech möglichst wenig zu unterstützen und dafür möglichst viel die Alternativen.
Eure Daten sind bares Geld für die "Datenkraken". Ihr habt ein eigenes Recht an Euren Daten, Bildern usw. wie Ihr ein Recht auf Eigentum habt, und es ergibt IMHO genauso Sinn, damit zu "wirtschaften" wie mit Eurem materiellen Besitz.
Deine Argumentation tom_www erscheint mir zu (ich nehme mal das etwas abgehoben klingende Wort, weil mir kein besseres einfällt) defätistisch und wirft m.E. zu viel in einen Topf (für Kameraaufnahme z.B. gibt es einen Haufen rechtlicher Regeln, z.B. darf Dein Nachbar nicht einfach den Gehweg vor seinem Haus mitfilmen, um nur mal ein Beispiel zu nennen, das ist eine andere rechtliche Lage als öffentliche Kameras, die dann aber auch wiederrum bestimmten Datenspeicherungsgesetzen usw. unterliegen). Ich gebe Dir recht, dass die Privatsphäre (u.A. wegen dem Ansturm Überwachung u.A. durch die "Datenkraken", aber auch durch staatliche Institutionen ) gesellschaftlich tendenziell abnimmt, aber bin auch der Meinung, dass wir unsere Angriffsfläche verkleinern können und dass dies nicht nur unserer eigenen Person nutzt.
Letztendlich muss da IMHO jeder seinen Weg finden. Ich bin halt so gestrickt, dass ich generell ein hohes Autonomiebestreben habe. In der Mitte der 90iger Jahre habe wegen der Windows-Dominanz mein Computerhobby in den Skat gedrückt. Smartphones haben mich überhaupt nicht interessiert bis ich vor anderthalb Jahren herausgefunden habe, dass es auch hier alternative Betriebssysteme gibt und seitdem habe ich solche Teile, die ich halt mich entsprechenden OS' versorge.
Ich bemühe mich also, meine Angriffsfläche zu verkleinern. So wie ich lebe, ist es auch gar nicht so schwer, ganz ohne Google-Account auszukommen. Meinen Facebook-Account habe ich vor Jahren auf Eis gelegt. Bei Amazon bestell ich alle paar Monate etwas. Den Sprung von Youtube auf Peertube habe ich vor allem wegen der kostenlose Filme noch nicht geschafft, schaue mir aber da mittlerweile auch viele Linux-Videos an (z.B. sind NichtderWeisheitletzterSchluss und TuxWiz dort vertreten).
Meine Angriffsfläche zu verkleinern heißt nicht das ich alles perfekt und durchweg konsequent durchziehe --- ich lebe ja auch nicht wie Diogenes in der Tonne, nur weil ich das Geld nicht aus dem Fenster werfe. Ich wäge halt ab, was ich tue, was wirklich Sinn ergibt und stufe die Kosten, die mir und anderen BigTech macht, als relativ hoch ein.
Müsst ihr alles nicht so machen, ich mag mich nur erklären.
Ich weiß nicht, diabolusUmarov , ob es von Dir so gemeint war, aber m.E. kann es durchaus Sinn ergeben, seinen Code auf Github bereitzustellen und trotzdem selbst kein Windows zu nutzen. Das bringt doch beides ganz unterschiedliche Konsequenzen mit sich.