Beiträge von diabolusUmarov

    So geht man nicht mit Menschen, egal ob Im Geschäft oder Privat.

    Das kann man jetzt auch wieder so und so sehen. Klar, der ist knallhart. Das ist mit Sicherheit eine nicht so schöne Sache. Davon aber abgesehen, der hat auch in Eigenleistung klein angefangen, Chancen gesehen und die gnadenlos genutzt. Das kann nicht jeder. Ich kenne einige Leute, die wirklich tolle Ideen haben und auch absolut in der Lage sind, diese umzusetzen. Aber, die lassen sich dann auch oft von kleinen Rückschlägen verunsichern oder, wenn sie eine Chance sehen, kommen die Selbstzweifel.

    Ich sage es mal so. Gates wäre kein Geschäftsmann, dem ich nacheifern würde. Wie du ja sagst, so geht man nicht mit Menschen um. Ich hatte auch mal eine Baufirma und meine Leute konnten von dem, was sie bei mir verdient haben, für sich, Eigenheim und die Familie sorgen. Wer bei mir gut gearbeitet hat, der bekam das auch entsprechend entlohnt. So Dinge wie Mindestlohn waren bei mir absolut überflüssig. Ich habe auch nie Unterschiede gemacht. Der, der das Lager aufgeräumt und sauber gehalten hat, war für meine Firma genauso wichtig wie die, welche die Baustellen abgearbeitet haben. Auch da war der, der mit einer Schaufel durch die Gräben ist nicht weniger wichtig, wie der Baggerfahrer. Lediglich die Poliere hatten etwas höheren Lohn. Die haben aber auch mehr gearbeitet.

    Wenn ich dann aber sehe, wie die aktuelle Kultur in Firmen ist, da bekomme ich Brechreiz. Es wird ja gerne auf die Politik geschoben, dass man heute im Vergleich zu den Preisanstiegen wenig verdient. Ich sehe da aber das Problem bei den Chefs. Ich will nicht wissen, wie viele da heute deutlich unter Mindestlohn bezahlen würde. Alles ist nur noch auf Gewinnmaximierung ausgelegt. Da wundert es mich nicht, dass so viele Angestellte so derart unmotiviert sind, ihre Arbeit halbherzig machen und keinen Bock auf irgendwas haben. Dazu dann lieber die Angestellten wie bekloppt Überstunden kloppen lassen, anstatt noch einen einzustellen. Dabei rede ich jetzt nicht von grossen Konzernen, sondern von den kleinen Firmen.

    Ich habe das damals immer anders gehalten. Was am Ende des Geschäftsjahr übrig war, habe ich zum grössten Teil an meine Leute verteilt. Da wurde ich oft für kritisiert, denn der Gewinn wäre ja quasi mein Lohn. Was aber Schwachsinn ist. Ich habe über das Geschäftsjahr ja alles angeschafft, was ich haben wollte. Von Nahrung über Luxus bei Bedarf. Dementsprechend, bei dem, was am Ende an Gewinn da war war das, was ich zum Leben gebraucht habe, ja schon abgezogen. Aber das führt jetzt hier zu weit in die Weite.

    Vielleicht sollte man mal ein Rubrik für Linux-Neulinge aufmachen

    So Ansätze gibt es schon viele. Das Problem dabei ist aber, jene, die so etwas machen, gehen in der Regel von ihrer Präferenz aus. Ich zum Beispiel würde definitiv zu Rolling-Release raten. Andere warnen davor usw. Da ist es sehr schwer, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    So verstehe ich nicht die Falschbehauptungen, linux sei so ne Frickelarbeit und kompliziert zu installieren.

    Dem ist schon lange nicht mehr so. Als ich 96 mit NetBSD anfing, da war es wirklich noch ein echter Krampf. Was mir natürlich damals viel Spass gemacht hat und Gentoo zum Beispiel ist ebenfalls noch quälende Handarbeit. Aber das ist heute nur noch Entscheidungssache. Will man Installer, dann kann man den nehmen. Macht man es lieber von Hand, nimmt man den Weg.

    Wie ich schon oft geschrieben habe, heute ist die grösste Hürde von Linux die Vielfalt. Ja, die Vielfalt ist für den aktiven Anwender super, für den Umsteiger aber schwer überfordernd. Unzählige Male habe ich das schon gehört. Wo finde ich dieses Linux? Kernproblem, ein normaler Anwender kennt nur, dass es eben dieses eine OS gibt. Windows, Mac usw. Schon Distributionen stellen da einen Stolperstein da, da das Prinzip gar nicht verstanden wird. Da gibt es nur die Frage, was ist denn da jetzt Linux? Für die Meisten ist es nicht nachvollziehbar, warum man nicht auf linux.com geht, sich dort Linux runterlädt und installiert. Die, die es dann aber doch verstehen, wissen in der Regel überhaupt nicht, welche Distribution sie denn da jetzt nehmen sollen, denn jede ist ja die schönste, beste, schnellste usw. Erst der, der sich die Mühe macht im Netz mal ein wenig nachzuforschen landet dann in den meisten Fällen bei Mint. Das ist auch okay. Aber schon der Weg bis dahin ist oft steinig.

    o muss ich Herrn Bill Gates mit seinem windows zugestehen, er ist einfach ein Meister beim Leute dumm und dämlich kaufen und verkaufen.

    Stimme ich zu. Ich bewundere die Fähigkeiten von Gates im hohem Masse. Der hat den richtigen Geschäftssinn und die Fähigkeit es durchzusetzen. Wenn ich überlege, dass der IBM eiskalt ein DOS mit Bedingungen verkauft hat und der Legende nach nach dem Gespräch zu seinem Partner meinte, sie bräuchten jetzt dringend ein DOS, ist für mich sehr beachtlich. Er hat IBM einen Bären verkauft, den er noch gar nicht erlegt hatte und konnte dazu auch noch Bedingungen stellen. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Das dabei dann MS-DOS und Windows bei raus kam, na ja.

    sind das z. T. überflüssige Zusatzprogramme

    Nennen wir es mal Schrödingers Zusatzprogramme. Sie erleichtern das Leben und sind überflüssig zugleich. Erst, wenn du die Schachtel öffnest weisst du, was auf dich zutrifft.

    Viele Distributionen bringen LibreOffice mit. Für mich das Erste, was gelöscht wird. Andere feiern es. Oder WiFi Programme. In meinem Hauptrechner Ressourcenverbrauch, in meinem Futro voll cool.

    Und wie ich es beobachte, ist jedes Betriebssystem mit einem solchen Programm ausgerüstet

    Das kann man so nicht sagen. Linux selbst kommt komplett ohne grafische Anwendungen. Das versuche ich in meinen Videos immer zu kommunizieren. Ein Basis-Linux ist nach der lauffähigen Installation Headless, also ohne grafische Programme. So in der Regel auf Servern, da braucht man keine GUI. Richtig ist, es gibt nur sehr wenige Distributionen, welche keine grafische Oberfläche an Board haben. Distributionen sind keine echten Betriebssysteme, nur auch wieder eine Zusammenstellung von Tools, um das Betriebssystem benutzerfreundlich zu machen. Da steckt überall ein Linux-Kernel drunter, wenn es eben um Linux geht. Das haben alle gemeinsam. Da drauf kommen dann die Systemdienste, wie systremd, runit usw. Dazu kommt dann noch ein Paketmanager, damit man sich nicht von jedem Programm den Quellcode holen und alles selbst compilieren muss. Wobei Gentoo das trotz Paketmanager macht. Das sind also praktisch QOL Tools.

    Was nun viele Anbieter von Distributionen machen ist, ihre Variante so zu gestalten, dass sie mit möglichst wenig Aufwand für den Anwender nutzbar sind. Ein "normaler" Anwender möchte in der Regel, dass nach der Installation, die ebenfalls grafisch und einfach sein soll, da ein Desktop erscheint und er damit loslegen kann, ohne viel Bastelaufwand zu betreiben. Die Anbieter solche Distributionen wollen dabei natürlich, dass ihre Distribution für den Anwender so einfach ist, dass der eigentlich nach der Installation überhaupt nichts mehr machen muss. Also Grafik muss da sein, Sound muss funktionieren, Drucker und Scanner sollen sofort benutzt werden können. Quasi, was Windows kann, sollen diese Distributionen auch können. Von vielen gibt es auch die Möglichkeit zu wählen, ob man eine Basis-Installation möchte oder eine eierlegende Wollmilchsau. Einige bieten aber nur die Vollausstattung an und da ist dann die Frage, was davon braucht man wirklich. Da ist dann in der Regel ein Browser dabei, ein Office, ein Grafikprogramm, Multimedia-Anwendungen usw. Bei Gaming-Distributionen wird dann oft ein angepasster Kernel wie Zen mit eingebaut, Steam, Lutris, Heroic, MangoHUD, Gamemode usw. Dazu dann Hintergründe, Effekte usw.

    Die Frage für den Anwender ist da nun, was will er? Da kommen wir dann zu dem Punkt mit den überflüssigen Zusatzprogrammen. In einigen Distributionen versuchen die Herausgeber dem Anwender alles Mögliche abzunehmen. Das heisst, im Desktop wird schon alles Mögliche integriert, damit auch am Ende alles läuft, auch wenn der Anwender dafür gar keine Hardware hat. Stichwort WiFi. Das bringt dir nichts, wenn dein PC dafür keine Hardware hat. Auch der Nvidia-Treiber bringt dir nicht, wenn du keine Nvidia-Karte hast. Damit aber alles Mögliche Out Of The Box funktioniert, wird das oft bei der Installation eingebaut. Die Frage nach der Überflüssigkeit ergibt sich dann also daraus, was man eigentlich braucht.

    Die Entscheidung, was man sich da nun für eine Distribution installiert, hängt demnach von einem selbst ab und die Frage, nehme ich überflüssige Programme und Tools und den damit einhergehende Ressourcenverbrauch in Kauf oder nicht. Ich gehöre zu der Fraktion, die nur das im System haben will, was auch wirklich gebraucht wird. Von daher installiere ich immer von Hand. Dann bootet mein System am Ende in die Konsole und ab da wird grafisch aufgebaut. Auch die Desktops haben in der Regel eine Base oder Core Version. Da ist dann nur das drin, was zur Nutzung der Oberfläche benötigt wird. Zum Beispiel der Schreibtisch mit den Icons, die Leisten, Menüs usw. Dinge wie Sound, WiFi, Drucker und Co werden dann nicht mit installiert. Das kann man dann bei Bedarf selber machen. Wie ich schon erwähnte, mein Hauptrechner hat keine Software für WiFi an Board. Denn der hat dafür keine Hardware. Mein Futro hat die Hardware, also habe ich dort auch die Software dazu installiert. Auch steht man, nach einer solchen Installation völlig nackt da. Kein Browser, kein E-Mail, kein Grafikprogramm, nichts. Auch da installiert man dann am Ende nur das, was man haben will und braucht.

    Fazit, es hängt alles von der eigenen Entscheidung ab. Will man es schnell und bequem, nutzt man eine Distribution mit Grafik und je nachdem auch mit Zusatzsoftware. Dann geht man aber das "Risiko" ein, Software an Board zu haben, die man eigentlich nicht braucht.

    Ein gutes Beispiel ist hier TDE als Desktop. Da kann man eine Meta und eine Base Version installieren. Ich habe zuerst die Meta-Version gewählt und wurde bei der Angabe, was da alles installiert werden soll, quasi erschlagen. Games? WiFi? Artwork? Alles nichts, was ich brauche. Daher habe ich das abgebrochen und die Base-Variante installiert.

    Das ist eine Frage, die ich immer wieder von Umsteigern höre. Das ist auch nicht ungewöhnlich. Als ich meine ersten Gehversuche mit NetBSD hatte, habe ich das auch nicht verstanden. Das Ding ist installiert, aber da ist nur eine Kommandozeile? Ich musste auch den Weg erst verstehen, dass der Desktop bei unixoiden Betriebssystemen (wobei es eigentlich überall so ist, wenn man mal an die Windows 3.11, 95 und so denkt) auch nur ein Programm ist, welches da läuft.

    Die grosse Verwirrung entsteht auch sehr oft darin, dass Windows, MacOS, AmigaOS, Haiku usw. alle einen Desktop mitliefern und der in der Regel auch der einzige ist, den es dafür gibt. Bei Betriebssystemen wie Linux ist das eben nicht so. Da gibt es gleich Haufenweise davon. Du kannst theoretisch auch nur X11 starten und dann über die Kommandozeile (Strg+F3 zb) Programme starten, die dann auf X11 angezeigt werden.

    Es gibt Abstufungen. Einfache Windows Manager wie OpenBox, AwesomeWM und so. Das ist dann wirklich nur ein einziges Programm, welches da läuft und mehr oder weniger Funktionen für den Nutzer bietet. Wie eben Fensterdekoration, Fenster herum schieben usw. Die sind klein und schnell, aber oft auch nicht besonders nutzerfreundlich. Wobei durch die Tilt-Desktops das ja langsam in eine andere Richtung geht.

    Dann gibt es aber noch die Desktop Enviroments. Also DEs. Dazu gehören Gnome, Cinnamon, Plasma, Xfce und Co. Das ist dann gleich eine ganze Sammlung in der Regel fein aufeinander abgestimmter Programme, die beim starten allesamt gestartet werden. Deshalb sind DEs auch immer fetter als WMs. Da kommen dann so Dinge wie Leisten hinzu, die ganzen Miniprogramme in den Leisten, der eigentliche Desktop mit dem Hintergrund, die Menüs, Dateimanager usw. Das sind dann also die Komplettpakete wie Windows zum Beispiel.

    Auch etwas, was viele beim Umstieg zum Beispiel nicht verstehen ist, diese Desktops sind nicht in das OS eingelötet und in der Regel auch für alle Distributionen verfügbar. Es ist also nicht notwendig, wenn man eine Distribution mit KDE hat, eine andere mit Gnome zu installieren. Man kann Gnome auch neben KDE installieren und beim Login auswählen. So ist es auch möglich, verschiedene Desktops installiert zu haben und je nach Anwendungsfall den entsprechenden zu nutzen. Für Arbeiten zum Beispiel ein dickes Schiff mit allerlei Schnickschnack, den man dann auch in der Regel oft sieht, für Spiele nur ein WM. Einfach abmelden, anderen Desktop wählen und wieder anmelden. Schon ist man in der neuen Umgebung.

    dass es gar nicht an einer inkompatiblen Erweiterung lag, sondern an X11, welches nun bei v49 nicht mehr unterstützt wird

    Nein. Die Erweiterungen sind nach wie vor nicht "kompatibel". Das ist ja oft so, bei einer neuen Version. Aber okay, im Moment ist das Thema ohnehin vom Tisch.

    Welche Probleme hast du denn genau? Was passt nicht mehr in Wayland?

    Zum Beispiel nimmt OBS keine Fensterinhalte auf. Riesen Problem. Guake friert dauernd ein, FS25 hat nur noch 11 FPS, Spice friert ein, also kann ich kein Windows verwenden mit meiner Konfiguration, Fenster erscheinen, verschwinden und erscheinen neu, in Brave habe ich bei Amazon dauernd schwarze Bilder in Videos, Youtube lässt keine Videos in FullHD zu usw.

    Damit ist dann meine Chance für Wayland erschöpfend in die Hose gegangen. Nach sehr kurzer Zeit.

    Wollte jetzt Trinity eine Chance geben. Aber, da mehrere Monitore zu verwalten ist entweder ein Krampf oder es ist nicht sonderlich benutzerfreundlich. Auf jeden Fall schaffe ich es nicht, die Monitore anzuordnen und dem Ding zu erklären, dass ich die einzeln und nicht als komplette Fläche haben will. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ich brauche im Moment was, wo ich auch benutzen kann wegen Arbeit. Deshalb gebe ich jetzt mal Xfce4 eine Chance. Wenn das auch nicht geht, zurück zu Cinnamon.

    soll der Benutzer Gruppen hinzugefügt werden die es nicht gibt? warum und wo kommen die her?

    Ich weiss jetzt nicht, wie genau du den Benutzer anlegst und ob das unter Void anders funktioniert als unter Arch. Ich mache das so

    Code
    sudo useradd -m -G wheel -s /usr/bin/zsh <Benutzername>

    Damit wird das Home-Verzeichnis angelegt, der Benutzer wird zur Gruppe wheel hinzugefügt, um zum Beispiel sudo Rechte zu erhalten und als Shell verwende ich zsh.

    In aller Regel wird beim anlegen eines Benutzers für diesen auch gleich eine Gruppe angelegt. Sieht man hier ja schön

    Code
    .rw-r--r--   32k diabolus diabolus 10 Jun  2024  LetsPlay.json

    das erste diabolus ist mein Benutzername und das zweite ist die Gruppe. Die Gruppen sind, falls du es nicht weisst, für die Möglichkeit gedacht, dass an einem Platz mit mehreren Benutzern Dateien oder Verzeichnisse nicht jedem Benutzer hinzugefügt werden müssen, sondern das man die einer Gruppe zuordnen kann. Würde ich jetzt zum Beispiel wollen, dass ein anderer Benutzer auf meine Dateien zugreifen kann, müsste ich den nur in die Gruppe diabolus holen und schon hätte der Zugriff. Wobei man für Gruppen wieder eigene Rechner wie lesen, schreiben, ausführen vergeben kann. Ist eine coole Sache.

    Wenn du jetzt den Fehler bekommst, dass eine Gruppe nicht vorhanden ist, tippe ich mal stark darauf, dass bei anlegen des Benutzers dessen Gruppe nicht angelegt wird, er aber zu dieser gehören soll. Das Problem hatte ich schon. Frag mich jetzt aber nicht mehr unter welcher Distribution. Da wurde nur der Benutzer und nicht die Gruppe angelegt, der Benutzer aber als Standard in seine eigene Gruppe gepresst, die es aber nicht gab. Ich meine das war auf dem Pi mit PiOS.

    ich freu mich jetzt erstmal das überhaupt schon mal ein Desktop startet und irgendwann .................

    Da beschreibst du mich. Ich freue mich auch immer, wenn dann die nächste Funktion funktioniert. Gerade am Anfang sieht das aber oft so lächerlich aus. Das Ding kann überhaupt nichts, aber ich freue mich über den Fortschritt.

    So machst du das aber richtig, wenn du mich fragst. Jeder Schritt, der am Ende so funktioniert wie er soll, ist der nächste Schritt zum Ziel. Das ist ein Marathon, kein Sprint.

    Das wollte ich heute in Angriff nehmen. Aber, da ich ja gesten Abend noch entdeckt habe, dass mit Version 49 X11 bei Gnome wohl raus fliegt, wird sich das wahrscheinlich erübrigen. Ich gebe Wayland jetzt mal ein paar Tage eine Chance, wobei sich einige Dinge jetzt schon als echt stressig erwiesen haben. Wenn ich damit gar nicht rum komme, hat meine Gnome Karriere wohl ein Ende.

    Ich ergänze meine Aussage zum Thema Gnome. Seit gestern habe ich die Version 49 drauf. Erst habe ich nicht verstanden, warum da viele Dinge auf einmal nicht mehr so aussahen, wie ich es gewohnt bin und nach etwas suchen habe ich den Übeltäter gefunden. Zugegeben, ich schaue mir die Releasenotes eher selten an, sonst hätte ich es mir früher denken können. Denn Gnome unterstützt aktuell, zumindest mal wenn man sddm verwendet, kein X11 mehr. Ich könnte das wohl wieder rein basteln, aber bei Version 50 soll die Unterstützung ja endgültig raus fliegen.

    Zum Thema langsam kann ich dir eine schöne Geschichte erzählen, die bei mir so etwas wie meine Leitlinie geworden ist.

    Beim Wettlauf in den Weltraum war ja bekanntlich die UDSSR den USA weit voraus. Während die UDSSR schon Satelliten in die Umlaufbahn geschossen haben, sind der USA ihre Raketen immer um die Ohren geflogen. Bis da ein Wernher von Braun ans Steuer kam. Der identifizierte das Problem der USA ziemlich genau. Die entwarfen ihre Raketen am Reissbrett, klöppelten dann alles zusammen und versuchten das zu starten. Der Erfolg waren die teuersten Feuerwerksraketen der Geschichte.

    Wie in Dokumentationen immer gerne betont wird, führte von Braun die deutsche Vorgehensweise ein. Es wird nicht alles ungetestet zusammengesteckt. Nein. Erst muss jede Komponente entworfen, gebaut und getestet werden und erst wenn die Tests bestanden sind, wird der Kram in die Rakete eingebaut. Das Ergebnis sollte bekannt sein. Die Raketen flogen, der Vorsprung der UDSSR schrumpfte und zum guten Schluss ist die USA als erste Nation auf dem Mond gelandet.

    Früher habe ich auch immer meine Programme programmiert, bis alles drin war. Das ergab dann das Software-Äquivalent zu den Raketen der USA: Fehler ohne Ende, keinen Plan, wo ich auf die Suche gehen sollte und dauernder Frust mit dem Gedanken, ich bin zu dumm dafür.

    Nachdem ich dann damals ein Buch in die Hände bekam, wo es eben um die Mondlandung ging und genau da beschrieben wurde, dass erst die sogenannte deutsche Methode die USA auf den richtigen Kurs gebracht hat dachte ich mir, ich bin ja auch deutscher. Warum mache ich es nicht auch so? So habe ich dann damals ein Programm, welches ich da am basteln war, genommen und es auf den Müll geworfen. Im Anschluss habe ich dann angefangen, jede Funktion erst ausgiebig zu testen und erst, wenn eine Funktion auch wirklich funktioniert, zur nächsten zu gehen. Das kann man heute schön in den Commits meiner Repositories nachvollziehen. Bei SaaS Anwendungen fängt das immer damit an, dass der erste Commit ein lauffähiger Webserver ist. Nächster Commit ist dann das Grundgerüst der Oberfläche und dann eine Funktion nach der anderen. Also Login-Formular, Login-Prozedur usw. Am Anfang sieht das immer so seltsam aus. Du hast einen Login, der führt dich dann aber zu einer leeren Seite und so. Aber, es erleichtert das Debuggen ungemein. Auch wenn es eine Zeit dauert, bis das Programm schliesslich zumindest halbwegs so aussieht, wie es soll. Es hat mir das Leben um Längen erleichtert.

    Von daher. Es ist total egal, ob es langsam geht. Mir wäre es neu, dass du eine Deadline hast. Von daher, gib deinem Projekt die Zeit, die es braucht. Ein Schritt nach dem anderen. Wenn es länger dauert, dann ist es eben so. Lass dich nicht stressen. Das erzeugt nur Frust.

    Also Gnome ist wirklich nicht gerade schönend für die Hardware. Auf meinem i5 mit dem DDR3 speicher war ich eigentlich vor Spielen wie Ark oder Alien Isolation immer gezwungen, den Desktop wegen der Performance zu wechseln. Irgendwo habe ich auch mal ein Video gemacht, wo ich Desktops im Hinblick auf Speicherverbrauch getestet habe.

    Von der Stabilität her kann ich nicht über Gnome meckern. Aber auch nicht über Cinnamon, welches ich dafür sehr lange im Einsatz hatte. KDE nutze ich unter Void und kann auch nichts negatives darüber sagen. Von der Stabilität her hatte ich nie Probleme. Plasma scheint mir beim starten etwas zäher zu sein, aber so im Betrieb bin ich damit sehr zufrieden.

    Was ein Vanilla Gnome angeht, damit komme ich nicht klar. Ich habe früher Gnome < Version 3 immer benutzt, aber mit Version 3 bin ich dann zu Mate. Erst der Pinguin mit seinem Pimp My Gnome hat mich da wieder hinschauen lassen und mit Erweiterungen hat es mich voll umfänglich überzeugt. Seither bin ich wieder grosser Fan davon. Auch weil Gnome einiges anders macht. Unter Cinnamon hatte ich bei zwei Monitoren immer das Problem, habe ich die Arbeitsfläche gewechselt, dann immer gleich auf allen. Das war aber nie Sinn der Sache, da ich ja den zweiten und jetzt den dritten Monitor habe, diverse Dinge immer sichtbar zu haben. Unter Cinnamon hiess es da, nach dem Start eines Programms das Fenster immer auf allen Arbeitsflächen sichtbar zu machen. Geht, aber ist irgendwie nervig. Gnome wechselt da nur den Hauptmonitor und das auch noch über die intuitive Weise, dass man die Mouse nur oben in einen Eck hauen muss und schon bekommt man die Übersicht mit miniaturisierter Ansicht. Auch ist es so total entspannt, ein Programm auf eine andere Arbeitsfläche zu werfen. Das ging mir so schnell in Fleisch und Blut über, dass es mir auf anderen Desktops mittlerweile störrisch vorkommt, dafür immer erst eine Fläche anklicken zu müssen. Oder mit der Tastenkombination. Gnome macht das so viel besser in meinen Augen.

    Plasma selbst habe ich, vom Design abgesehen, auf Void überhaupt nicht angepasst. Das ist noch genauso, wie es aus der Box kam. Also keine Erweiterungen oder sonst was. Genau genommen weiss ich gar nicht, ob es dafür überhaupt Erweiterungen gibt. Da ich es nur in der virtuellen Maschine verwende kann ich da jetzt nicht sagen, ob das dort besser funktioniert. Meine Tochter verwendet es aber auf ihrem Rechner auch mit 3 Monitoren und kommt super klar damit. Also entweder ist sie in der Hinsicht anders als ich oder dort ist es nicht so störrisch wie Cinnamon.

    Auch bei Cinnamon habe ich keine Erweiterungen eingesetzt und war immer sehr zufrieden damit. Eigentlich hatte ich auch keinen Bedarf an einem neuen Desktop und wäre der Pinguin nicht gekommen, wäre ich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch dabei geblieben. Es ist flott, funktioniert hervorragend und Probleme gab es nie.

    Aber für alle drei gilt, wenn ich auf meiner schwächeren Hardware gut zocken wollte, war der Wechsel zu einem anderen Desktop unausweichlich. Die fressen also schon ganz schön.

    Zu Budgie kann ich nichts sagen. Das habe ich kaum benutzt.

    Als Alternativen kann ich aber eben auch noch Mate nennen. Das habe ich auf einem Pentium M laufen und es flutscht gut. Probleme gab es damit bislang auch nie. Meine Tochter verwendet es auf ihrem schwächeren Laptop und kommt damit auch super klar. Von daher wäre ein Blick vielleicht ratsam.

    Ich will dann aber auch noch TDE ins Spiel bringen. Es wirkt definitiv etwas altbacken, aber von der Pflege her ist es top aktuell, wirkt an allen Ecken und Kanten wie aus einem Guss und läuft echt sehr schnell. Auch wenn ich im Sinne von Design noch etwas unglücklich bin, da ich echt zu dumm bin da eine andere Fenster-Dekoration einzubauen, bin ich ansonsten wirklich glücklich mit dem Ding. Jetzt nicht, dass es Gnome ablösen könnte, aber im Bereich meiner Entwicklerumgebung bin ich richtig happy damit. Ich habe es jeden Tag aktiv im Einsatz und Probleme gab es bislang noch keine.