Ich sehe da keine Schwäche drin, in gewissen Fällen mal die KI zu fragen. Unter Gentoo hatte ich früher oft das Problem, dass da Fehler aufgetreten sind, mit deren Details ich nichts anfangen konnte. Da war dann der gängige Schritt, im Forum nachzufragen und auch wenn die Leute im Gentoo-Forum echt flott unterwegs waren, die Antwort hat dennoch oft gedauert und am Ende auch nicht mehr Wissen vermittelt, als heute eine direkte Antwort über eine KI.
Gerade heute, wo ich mich kaum noch um solche Probleme kümmern muss, würde ich aller Wahrscheinlichkeit auch die KI verwenden.
Was das Verstehen von Problemen und deren Lösungen angeht, ich Linux mittlerweile so weit gewachsen, dass man sich nicht mehr so gross damit beschäftigen muss, um das alles wirklich zu verstehen. Bei Gentoo war damals quasi jedes grössere Update der Beginn von Bastelarbeit. Da hat sich das verstehen dadurch entwickelt, dass viele Schritte oft die Gleichen waren und das blieb dann irgendwann einfach mal hängen. Aber auch zum Beispiel die Fstab war für mich zu Beginn ein Buch mit sieben Siegeln, deren Nutzen ich nicht verstand. Wenn man Systeme wie das AmigaOS oder Windows gewohnt ist, ist eine solche Datei irgendwo nicht verständlich, denn dort werden die Laufwerke ja von Hause aus eingehängt.
Da auch ein schönes Beispiel, wo ich durch Gentoo etwas dazu gelernt habe. Früher wurden alle meine Laufwerke in /media eingehängt. Auf einmal war das weg und die Laufwerke fanden sich unter /run/media/benutzername. Das fand ich irgendwie dämlich und habe aus dem Grund dann geschaut, wie ich das wieder ändern kann und habe mit der fstab gespielt. Da sah ich dann erst, was diese Datei überhaupt macht. Im Gegensatz zu anderen Systemen, wo ein Laufwerk ein Laufwerk ist, sind die Laufwerke unter Linux ja eine Datei. Also konnte ich die, wie gewohnt, wieder in /media einhängen. Dann kam mir aber ein Gedanke. Wenn ich die ja in /media einhängen kann, dann müsste ich sie ja auch überalll sonst einhängen können. Daraufhin habe ich mir dann die Laufwerke als ganz normale Verzeichnisse in mein home eingehängt. Ich merke also mittlerweile gar nicht mehr, auf welchem Laufwerk ich gerade unterwegs bin und das macht es für mich so viel einfacher und in meinen Augen auch eleganter.
So Spielereien sind heute aber quasi nicht mehr gefordert. Es läuft einfach und zwar nach Windows Vorbild. Laufwerke werden wie Laufwerke eingehängt und angezeigt. Das sehe ich auch immer wieder in den Dateimanagern. Ich kann zwar ganz normal über mein home auf die anderen Laufwerke zugreifen, die werden dann aber in der Adressleiste als Laufwerke verwendet und zack, komme ich aus dem eingehängten Verzeichnis nicht mehr in mein Home zurück. Im Terminal ist das kein Problem.
Demzufolge, du musst gar nicht wirklich verstanden haben, was da jetzt genau passiert ist. Im Endeffekt hast du nichts anderes gemacht, als dem Kernel beim Booten über Grub zu sagen, dass du die KVM Funktionalität haben möchtest. Da du das aber höchst wahrscheinlich nicht jeden Tag irgendwo machen musst, sehe ich aber auch kein Problem darin, ob du es jetzt tiefgreifend verstanden hast oder nicht. Beim nächsten Mal wird aber wahrscheinlich hängen geblieben sein, dass man da was in Grub umstellen muss. Ich würde mal behaupten, dass reicht an Verständnis. Wir hatten ja hier schon öfters den Vergleich zu Autos. Bei einem Auto weisst du am Verhalten, dass die Kiste Treibstoff braucht. Spätestens wenn sie nicht mehr laufen will. Wie jetzt genau der Sprit über die Kraftstoffpumpe, durch den Filter zu den Einspritzdüsen kommt und dort im richtigen Moment über das Steuergerät in den Motor gespritzt wird, ist zum Betrieb nicht notwendig. Ist hier das gleiche Spiel. Du weisst jetzt, um VB zum traben zu bringen braucht es KVM und du weisst jetzt, dass man das in Grub aktivieren muss.