aber warum sollte Gentoo nicht stabil sein
Weil die Updates durchaus ihre Tücken haben. Als ich meinen neuen Computer bekommen habe wollte ich ja für Videos Gentoo verwenden. Alle Programme schön optimiert und für das System gebaut. Die Installation war auch gewohnt einfach, wenn auch trotz 28 Threads immer noch langwierig. Aber beim Update war dann wieder irgendwo ein Konflikt, weshalb das Update nicht durchgelaufen ist und dann wäre wieder basteln angesagt. Das kann simpel sein und man muss nur eine Abhängigkeit alleine aktualisieren und dann läuft es durch, weil beim Systemupdate diese Abhängigkeit nach einem Programm aktualisiert worden wäre und deshalb die Abhängigkeit nicht erfüllt war. Aber manchmal gibt es dann Probleme mit den USE-Flags. Wenn das eine Programm eine Abhängigkeit braucht, welche die entsprechende Funktionalität aber erst dann bereitstellt, wenn es mit den richtigen USE-Flags gebaut wird. Vielleicht war das in der letzten Version noch nicht so.
Okay. Mittlerweile gibt es Möglichkeiten, dass nach solchen Fällen gesucht wird und die dann automatisch gesetzt werden. Trotzdem. Bei Gentoo muss man bereit sein zu basteln, wenn das System aktuell bleiben soll. Hätte ich die Zeit wie damals, wäre ich nie von Gentoo weg. Ich liebe Gentoo durch die Fähigkeiten alles bis ins Mark zu optimieren und damit Speicherplatz zu sparen, aber auch die Leistung zu erhöhen. Die Zeit habe ich aber leider nicht mehr.
Nun habe ich aber auch schon Ansätze gesehen, diese Probleme bei Gentoo zu entschärfen. Doch was soll ich sagen? Am Ende hat man dann Arch. Genau aus dem Grund bin ich dann auch zu Arch.
Lassen wir aber mal das Basteln weg. Wenn Gentoo läuft dann läuft es und zwar in meinen Augen weit besser als alle anderen Distros inklusive Arch. Wenn man mal alles für sich aufs Maximum optimiert hat merkt man erst, wie viel Power so ein PC eigentlich hat. Okay, im Bezug auf Grafikkarten jetzt weniger, da man dort eigentlich keine wirklichen Optimierungen vornehmen kann. Aber bei vielen Programmen merkt man es deutlich. Baut man zum Beispiel in ein Programm Funktionalitäten einfach nicht ein, die der Computer nicht bietet, schrumpft die Grösse des Programms und es muss nicht dauernd irgendwelche Funktionen durchwandern, die gar nicht anwendbar sind. Gutes Beispiel ist der CPU. Warum die Funktionalitäten eines Intels einbauen, wenn man einen AMD hat oder umgekehrt? Warum in Programme Wlan und Bluetooth einbauen, wenn der Computer das gar nicht hat?
Im ersten Moment mag das banal klingen, aber der Network-Manager sucht dann gar nicht erst nach W-Lan Netzen. Das spart schon Rechenleistung. Ein Dateimanager prüft nicht nach Bluetooth usw. Wenn du dann noch anfängst den Kernel zu optimieren, was eine echt sehr lange Zeit in Anspruch nimmt, dann holst du noch mehr Power raus. Warum denn die ganzen Treiber im Kernel haben die man nie benutzt?
Gut. Heute ist das wahrscheinlich nicht mehr so dramatisch das alles. Die Meisten Spiele spiele ich ja mit vollem Gnome und Browser im Hintergrund mit 3 Monitoren und habe trotzdem 60 FPS aufwärts. Aber zu Zeiten meines AMD Sempron und der Geforce 9800 GT, da hat das schon einen sehr deutlichen Unterschied gemacht.
Wenn es denn lief. Denn wie gesagt, wenn man sein System aktuell halten will ohne gross was basteln zu müssen, da ist Gentoo die falsche Wahl und deshalb unterstütze ich die Aussage, dass es nicht zwingend Stabil ist.
Das selbst Kompilieren ist ja wohl eher was für Experten
Nicht zwingend. In den meisten Fällen, gerade heute mit Git, clont man sich einfach das Repository und gibt am Ende make und dann make install ein. Wenn der Maintainer der Software seinen Job richtig macht, ist das alles überhaupt kein Problem. Wenn aber ein Maintainer in seiner Software eine spezielle Version einer Abhängigkeit verlangt, diese mit der Zeit aber aktualisiert wurde und das Programm nicht, dann kann es nervig werden. Mit Git auch weniger ein Problem, da man dort ja auch ältere Versionen abrufen und compilieren kann. Da ist dann aber schon etwas mehr Fachwissen zu Git gefragt und man darf keine Angst vor dem Terminal haben.