Was haben ein Elektro-Auto und Durchfall gemeinsam ?
In beiden Fällen hofft man, dass man es noch nachhause schafft.
Mittlerweile sind die Reichweiten gut angestiegen.
Kann ich durch die Fahrt durchaus bestätigen. Anders wie ja gerne getönt wird, muss man E-Autos langsam mit maximal 130 Km/h fahren, um auf eine halbwegs angemessene Reichweite zu kommen. Wie ich hier ja selbst erleben durfte, ist das nicht korrekt. Mit Klima und Musik bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 160 Km/h war die restliche Reichweite noch ordentlich.
Wenn ich mir jetzt mal so anschaue, was die Leute in meinem Umkreis an Kilometer im Monat fahren liegt der Wert zwischen 500 und 1000 Km. Was bei diesem Fahrzeug dann 1-2x laden im Monat bedeuten würde. Da von meinen Bekannten niemand einen Diesel fährt, entspricht das auch in etwa dem, was wir im Monat an die Tankstelle fahren.
Mit jedoch einem Unterschied. Ich zum Beispiel könnte mir eine Wallbox ans Haus bauen. Dann hätte ich nicht 600 Km Reichweite im Monat, sondern pro Tag. Wie mein Nachbar eben. Der startet jeden Tag mit einem vollen Auto. Meine Tochter aber könnte das nicht, die wohnt in einem mehrstöckigen Mietshaus. Das stellt aber eigentlich auch kein nennenswertes Problem dar. Viele kritisieren ja, dass der Ladevorgang bei so einem Fahrzeug seine Zeit dauert. Dem kann man natürlich nicht entsprechen, denn es ist nachweislich so. Wenn ich aber hier bei mir in der Umgebung mal schaue, da hat fast jedes Geschäft Ladesäulen auf dem Parkplatz, die man zum Teil sogar kostenlos nutzen kann, insofern man auch in dem Laden einkauft. Je nach Grösse des Einkaufs ist man zwischn 30 und 60 Minuten im Laden (in manchen Fällen auch länger). Da kriegt man schon gut Saft in so eine Kiste. Also auch als Mieter sollte man gut über den Monat kommen, ohne irgendwo seine Zeit an einer Ladesäule verbringen zu müssen.
Allerdings hängt das sehr vom Fahrzeug ab, wie ich gesehen habe. Gerade deutsche Fahrzeuge scheinen sich mit angemessener Reichweite sehr schwer zu tun, ist aber Hörensagen von "Bei uns in der Firma" usw. und stammt teilweise von Personen die E-Autos quasi abgrundtief hassen, warum auch immer.
Zudem muss ich ja zwischendurch auch Pause machen, essen trinken Toilettengänge, um sicher anzukommen.
Das sehe ich sehr ähnlich. Ich bin jetzt kein grosser Freund von Urlaubsreisen. Früher bin ich mit meinen Eltern immer an den Lago Maggiore gefahren. Gletschersee, super Wasserqualität, malerische Umgebung mit den ganzen Bergen und das Wetter war in den meisten Fällen auch immer sehr gut. Zudem finde ich Italiener, genau wie Spanier, sehr freundlich. Doch hat das immer den unangenehmen Nebeneffekt, ab der Hälfte sehe ich nur noch die Rückreise vor Augen und das trübt mir massiv die Stimmung.
Aber gut. Nachdem ich dann ohne meine Eltern in Urlaub gefahren bin, waren die Reiseziele auch Tarragona in Spanien oder Cuxhaven an der Nordsee.
Lago Maggiore = ca 600 Km
Tarragona = ca 1400 Km
Cuxhaven = ca 800 Km
Da man ja nicht auf der Flucht ist, haben wir diese Wege immer als Reise betrachtet und nicht als rasen. Entsprechend so Geschwindigkeiten um die 130 Km/h, was man nach Spanien dank Frankreich ja auch muss. Je nach Strecke auch nach Italien. Also mit 130 Km/h dürfte das Fahrzeug meines Nachbars die Strecke nach Italien in einem Rutsch schaffen können. Der Jaguar meiner Mutter damals sah das anders. Der kam mit 90 Liter kaum auf 500 Km Reichweite, egal wie man fuhr. Aber auch später dann mit dem BMW meines Vater, meinem eigenen oder dem gemieteten Kleinbus wären die Ziele unter 1000 Km in einem Rutsch machbar gewesen. Aber mal ganz ehrlich. 600 Km am Stück? 5-6 Stunden nur im Auto sitzen? Das will ich gar nicht. Wir haben immer Stopps eingelegt, zum essen, Toilette, Beine vertreten. Nach Italien haben wir zum Beispiel immer vor dem Gotthard Rast gemacht und sind was essen. Verweildauer zwischen 30 und 60 Minuten. Das essen auf dem Rastplatz dort war aber auch unverschämt gut, da hab ich mich jedes Mal immer schon sehr drauf gefreut.
Was Dienstreisen angeht, kann ich nicht wirklich was sagen. Ich hatte noch nie Dienstreisen grösserer Distanz.
Ich sehe es, zumindest bei einer Urlaubsreise, keines Wegs kritisch, mal irgendwo anzuhalten und nachzuladen. Denn ich persönlich will gar nicht zu lange am Stück im Auto sitzen. Egal jetzt ob als Fahrer oder Beifahrer. Das ist wohl aber eine persönliche Sache.
In den sozialen Medien gibt es ja quasi ein richtiger Krieg zwischen E-Auto und Verbrenner, wobei da die sogenannten Diesel-Dieter ganz besonders herausstechen. Wenn man die hört, fahren die mit ihrem VW oder Audi Diesel mittlerweile 1800 Km mit 250 Km/h am Stück und müssen dann erst 5 Minuten nachtanken, um gleich wieder 1800Km mit 250 Km/h zu fliegen. Da merkt man eigentlich immer wieder, welch Geistes Kind die Verfasser sind. Oder Content-Creator, wie ja viele genannt werden wollen. Ich meine es ist absolut Richtig, dass Diesel gerade mit einem grösseren Tank eine krasse Reichweite haben. Der Onkel meines besten Freundes war zum Beispiel als Vertreter tätig und kam mit seinem Diesel, ich weiss jetzt aber nicht mehr welche Markt oder Modell, tatsächlich 1400 Km weit, bevor sein Auto nach einer Tankstelle rief. Da kann man noch so ein E-Auto Fan sein, es gibt einfach kaum E-Autos mit einer solchen Reichweite und die, die es dann doch können, kann man als Normalsterblicher nicht bezahlen. Es ist auch richtig, dass tanken weit schneller geht als laden. Ich persönlich kenne aber niemand, der 1400 oder 1800 Km durchgehend mit 250 Km/h unterwegs ist. Das geht schlicht von der Geschwindigkeitsbegrenzung auch auf deutschen Autobahnen nicht und selbst wenn man sich an die Schilder mit den Zahlen nicht hält, 250 Km/h auf 1000 Km?
Wie ja schon gesagt. Ich bin zwar ein E-Auto Fan, aber weder finde ich ein Verbrennerverbot sinnvoll, noch habe ich etwas am Verbrenner auszusetzen. Ich bin mein leben Lang Verbrenner gefahren, logisch, fahre jetzt auch und habe keine Probleme mit meinem Auto. Es ist alt, hat aber kaum Macken und bringt mich jedes Mal einwandfrei an mein Ziel. Da ich in meinen jungen Jahren über mehr finanzielle Mittel verfügte, bin ich auch lange einen 750iL gefahren, hatte einen DeLorean und einen Landrover Discovery. Alles einfach top Autos. Meine Mutter fuhr damals einen Jaguar, den sie von meinem Papa geschenkt bekam. Sehr gemütlich, aber irgendwie eine Gurke. 300 PS auf 12 Zylindern und ein Anzug wie ein Traktor. Keine Ahnung, was die da an Getriebe rein gesteckt haben, die Fahrleistung war für den Motor einfach richtig mies. Der 750i meines Vaters hatte ebenfalls 300 PS auf 12 Zylindern und das war gegen den Jaguar eine Rakete. Mein 750iL dann mit 326 PS war ein echtes Monster. Ich bin aber auch schon mehrfach einen BMW Z4 M Roadster gefahren. Das Teil ist echt übel. Das tut beim Beschleunigen schon echt weh.
Wenn ich dann aber sehe, was dieses E-Auto kann, darauf stehe ich einfach. Der hat einmal an der Ampel unvermittelt einfach drauf gelatscht und das war wie ein Raketenstart. Noch eine ganze Nummer schmerzhafter, als beim Z4 und selbst mein 750iL war dagegen eine Schnecke. Klar. E-Motoren bringen ihr Drehmoment ab der ersten Umdrehung und das spürt man. Genau das geht mir einfach extrem gut ab. Nichts da mit, den Motor vor dem Start erst in seinen Wohlfühldrehzahlbereich bringen und im richtigen Moment schalten, insofern man Schaltgetriebe hat. Die Dinger drücken einfach schon Start weg durchgehen. Das finde ich total irre.
Ist schon lässig, wenn du locker einen Porsche an der Ampel stehen lässt - ja.
Das ist genau mein Punkt. Ich war noch nie der, der auf Höchstgeschwindigkeit aus war. Mir gefällt es einfach, zum Beispiel an der Ampel zu stehen und dann schon hinter der nächsten Kurve oder der nächsten Ampel zu sein, wenn die Anderen erst losfahren. Ich bin also eher der viertel Meilen Typ, könnte man sagen. Da sind die Dinger einfach so krass.
Da fällt mir wieder meine Jugend ein. Bei uns in der Nähe gibt es ein Burger King. Vor diesem gab es eine zweispurige Strasse, welche am Ende auf eine Spur zusammen lief. Schön mit Insel, also nichts da mit einfach weiter fahren. Wenn man von der Autobahn kam, musste man erst durch einen grossen Kreisel und kurz hinter dem war eine Ampel. Das war damals für viele Hobby The Fast and the Furios Leute eine Rennstrecke und der Parkplatz vom Burgerking sah gerade am Wochenende Nachts auch entsprechend aus. Getunte Golf, Corsa und Co. Bevor ich mich in die Fänge einer Ehe begeben habe, war ich an Wochenenden eigentlich immer zum zocken bei Freunden und da ich gerne Auto fahre habe ich mich dann auch oft des Nachts angeboten, was vom MD oder BK zu holen. Auch aus Eigennutz, ich esse das nämlich ganz gerne.
Okay. So war ich dann eines schönen Samstag Abends mit einem Freund dort, um Essen zu holen. Während wir warteten konnte ich zwei Typen an einem Tisch hören, wie sie sich über meine Karre von der Stange lustig gemacht haben. 3 Tonnen schwer, zieht keine Wurst vom Brot usw. Ich bin dann zu den Jungs hin und habe gefragt, ob sie ihre Worte auch mal in Taten umsetzen würden. Wenn ich gewinne, bezahlen die mein Essen, wenn nicht kriegen sie den Gegenwert in Bar. Das klang für die Jungs nach einer totsicheren Wette. Ich bat also meinen Freund zu warten, während ich kurz das Essen verdiene.
Was soll ich sagen? Wir runter vom Parkplatz, hin zum Kreisel und die Ampel so angefahren, dass sie rot war. Ich links, also auf der Spur, welche mit der Insel endete. Mein Gegner war ein zumindest optisch schwer hochgezüchteter Golf. Von dem kam auch viel Brumm, Brumm während die Ampel rot war. Gut. Ampel grün, ich weg. Auf dem Parkplatz hat der sich dann aufgeregt. Er hätte das Grün zu spät gesehen, da er zu mir rüber geschaut hat und diese Ausflüchte. Nett wie ich nun einmal bin, bot ich ihm eine zweite Runde an, ohne neuen Wetteinsatz. Also das Ganze noch Mal Herr Ober. Das Ergebnis war das Gleiche. Zack, einmal Essen umsonst.
Witzigerweise hat sich das dann mehrfach wiederholt. Wenn wir also am Wochenende Nachts dort waren, gab es immer jemand, der mich herausfordern wollte. Mein Auto hatte RR auf dem Nummernschild, was der Kiste dann den Spitznamen RidgeRacer einbrachte. Verloren habe ich dort auch nur 1x gegen einen M5 und das eigentlich auch nur, da ich knapp an Strasse war. Aber egal, verloren ist verloren.
Wo ich das jetzt so schreibe muss ich gestehen, ich vermisse die Zeiten doch irgendwie schon. Der Eck war super dafür. Nachts so gut wie kein Verkehr, definitiv kein Gegenverkehr der kreuzende Fahrzeuge, eine echte Startampel und Fussgänger waren dort auch keine zu befürchten. Ich hätte auch nie von einem Polizeieinsatz dort gehört. Leider ist die Strecke mittlerweile umgebaut. Die Strasse bleibt zweispurig, führt über die Gleise der Strassenbahn und die Kurve dort ist recht eng. Ausserdem wurde die Ampel weiter nach vorne gesetzt, da hat man jetzt kaum noch Strecke. Mittlerweile tummeln sich dort auch keine Tuner mehr und das BK macht auch am Wochenende Punkt 1 zu. Früher war es bis 4 offen. Dort mal mit so einem E-Auto? Ach hätte ich meinen Spass.
Natürlich weiss ich, dass es illegale Strassenrennen waren und so aus heutiger Sicht war das auch schon ein bisschen fragwürdig. Kontrollierte Bedingungen hin oder her, sicher war man trotzdem nicht. Passieren hätte da viel können, gehört habe ich davon aber nichts.
Da konnte man eigentlich aber auch sehen, wie sich viele überschätzt haben. Ja, ein gut getunter Golf mit 150 PS und weniger als 1000 Kg Gewicht ist schon ein strammes Teil. Konnte ich bei einem Freund auch schon erleben. Aber jetzt mal rein logisch betrachtet. 150 PS auf 1000 Kg gegen 326 PS auf 1500 Kg? Ja, mein BMW hatte keine 3 Tonnen. Zudem trifft Frontantrieb auf Heckantrieb. 195 Reifen auf 275 Reifen. 1,6 Liter Hubraum auf 5 Liter, 16 Ventile gegen 48 Ventile. Hab ich was vergessen, mit dem so um sich geworfen wird? Keine Ahnung, wo die sich da ihre Chancen ausgerechnet hatten.
Jetzt muss ich aber aufhören, bei mir ist schon das Wasser gestiegen :(.