Unser Schulsystem ist brutal verweichlicht. Ich hab ja noch Kinder in der Schule. Enkel ist in der Grundschule, mein kleinstes Kind hatte jetzt gerade ihr Schulpraktikum und die mittlere Tochter ist auf dem Gymnasium. Ich kann dazu nur eins sagen. Kaum noch ein Lehrer ist wirklich noch ein Lehrer. Zu meiner Zeit wurden Konflikte dadurch vermieden, dass Lehrer Respektspersonen waren. Das wollen die aber in meinen Augen heute gar nicht mehr sein. Ein Kind ist irgendwie auffällig, muss man es von der Schule abholen. Wenn ein Kind beim Stoff nicht mitkommt, sein Problem. Gibt es Probleme auf dem Schulhof, geht kaum ein Lehrer dazwischen sondern wartet, bis die Sozialarbeiter kommen, falls die kommen. Elternabende verkommen zu Werberunden für irgendwelche Fördervereine, was in der Schule so passiert ist, wird gar nicht mehr besprochen, selbst Nachfragen werden mit hohlen Phrasen abgespeist. Ist ein Kind dann mehrfach auffällig, wie mein Kleinstes (introvertiert usw. dank dem Grundschullehrer), wird der Schulpsychologe eingeschaltet. Dumm nur, wenn die Lehrer sich damit selbst ins Knie schiessen und bei der anschliesenden Besprechung mit den Lehrer die darauf hingewiesen werden, dass sie einen Lehrauftrag haben und den mal besser ausfüllen würden.
Das ist Problem Nr. 1. Direkt gefolgt von Problem Nr. 2. Die Helikopter-Eltern. Was ich da immer wieder erlebe geht auf keine Kuhhaut. Zum einen, es muss so nah wie möglich mit den dicken SUVs an der Schule geparkt werden. Das ist so ein Problem, dass sie an der Gemeinschaftsschule für über 30.000€ Steuergelder die Gehwege mit Pollern versehen mussten, damit die Eltern dort nicht mehr parken. Witziger Fun-Fact, ich habe dort auch zweimal geparkt. Beide Male, weil meine Kinder dort schon gewartet haben. Natürlich wurde ich beide Male von netten Polizisten darauf hingewiesen, dass dort uneingeschränktes Halteverbot ist. Beim ersten Mal durfte ich fahren, beim zweiten Mal bezahlen. Keine Ahnung, wie die Helikoter das ungestraft immer machen können. Damit aber nicht genug. Die tragen ihren Kindern auch den Ranzen bis in die Klasse. Ich durfte auch schon miterleben, ich hatte mit einem Lehrer da etwas zu klären, dass eine Mutter eben diesen Lehrer komplett zur Minna gemacht hat, weil der sich erlaubte, ihr armes Kind im scharfen Ton zu ermahnen. Das geht ja mal gar nicht, wie kann der Lehrer sich so etwas nur erlauben.
Alles zusammengenommen ergibt dann das, was man (zumindest bei uns), an den Schulen sehr deutlich erkennt. Die Lehrer haben keinen Bock und kriegen beide Hände hinter den Rücken gefesselt. Was lernen die Kinder daraus? Sie können machen was sie wollen. Denn entweder duldet es der Lehrer, weil es sonst Mecker von den Eltern gibt oder die Kinder werden nachhause geschickt. Ganz ehrlich? Wie oft hatte ich keinen Bock auf Schule. Wenn ich da gewusst hätte, dass ich mich einfach nur der Arbeit verweigern muss und dann nachhause geschickt werde, hätte ich auch auf Stur geschaltet.
Zu meiner Zeit lief das noch irgendwie anders ab. Wenn ich da Mist gebaut hatte, musste ich eine Stunde länger bleiben. Also nichts da mit früher nachhause. Nein, länger da bleiben und im Lehrerzimmer die Stunde absitzen, ohne irgendwas machen zu können. Da hatte ich keinen Bock drauf. Ausserdem war klar, wenn ich nachsitzen darf, dann gibt es daheim einen Anschiss. Generell auch, wenn ein Lehrer sich negativ über mein Verhalten geäussert hat. Da bekam ich die Mecker und nicht der Lehrer. Um es anders zu sagen, für mich waren meine Lehrer Personen, die mir echt Probleme bereiten konnten und da ich darauf keine Lust hatte, habe ich eben mitgespielt.
Dann noch ein paar Worte zum Unterricht im Allgemeinen, was auch der besagte Schulpsychologe ganz genauso sieht wie ich. Die lernen einen Mist heute. Das ist unglaublich. Addieren und Subtrahieren untereinander? Keine Chance. Das schreibt man heute nebeneinander. So ein Schwachsinn. Lesen lernt man heute auch, indem man Buchstaben schreibt und dann irgendwelche Bögen drüber und drunter malt. Ehrlich gesagt wundert es mich, dass meine Kinder und mein Enkel überhaupt lesen können. Ich verstehe diese Vorgehensweise komplett gar nicht. Wenn mein Nachwuchs Probleme mit den Hausaufgaben hatte, musste ich erst einmal herausfinden, was die da überhaupt wollen, bevor ich helfen konnte. Dann war das Helfen natürlich falsch, denn ich hab es meinem Nachwuchs nicht exakt so erklärt wie die Lehrer. Oder die geilen Mathehausaufgaben. Peter geht zum Markt und kauft 40 Wassermelonen. Wtf? Hat der einen Tieflader dabei? Die Textaufgaben sind stellenweise so abstrus, dass mein Nachwuchs sich oft mehr über die Sinnlosigkeit Gedanken gemacht hat, als um die eigentliche Aufgabe. Mein kleinstes Kind zum Beispiel hat überhaupt nicht verstanden, was dieses Mathe überhaupt soll. Bis ich mal mit ihr einkaufen war. Sie hatte 2€ dabei und suchte sich Schoki für 1,99€ raus. Ich habe sie dann mal Preise zusammenzählen lassen und schau an, da verstand sie, was man mit dem Mathe machen kann. Denn für diese 2€ bekam sie quantitativ deutlich mehr, als nur eine Tafel.
Zum Abschluss dann noch die Digitalisierung. Ach, was hab ich da schon den Kopf geschüttelt. 600€ HP Laptop pro Kind. Ganz gute Geräte, hat mich wirklich gewundert. Werden die benutzt? Nein. In Informatik ja etwas. Aber da wird dann auch auf Windows getrimmt und was genau die da eigentlich lernen, verstehe ich bis heute nicht. Die Mittlere jetzt auf dem Gymnasium lernt etwas Python. Das ist bislang das sinnvollste, was ich da gefunden habe. Zudem verwenden die OSS oder wie das heisst. Jedes meiner Kinder hat einen Account. Wird da drin was gemacht? Nö.
Um das jetzt zu beenden, unser Schulsystem ist die Ausgeburt dessen was man alles falsch machen kann.