Beiträge von Kirutin

    Ich bin gestern über eine Distro gestolpert, bei der ich gleichzeitig lachen und nicken musste:

    Nyarch Linux

    Kurz gesagt:

    Arch Linux, aber für Weebs. :grinning_squinting_face:

    Ja, das Ding gibt es wirklich. Und ja, es nimmt den Anime-/Otaku-Winkel ziemlich ernst. Nyarch ist im Kern natürlich keine komplett neue Linux-Welt, sondern eine Arch-basierte Distribution mit eigener Optik, eigenen Tools und sehr klarer Zielgruppe.

    Also nicht:

    Zitat

    „Wir sind die seriöseste Enterprise-Lösung für produktive Arbeitsumgebungen.“

    Sondern eher:

    Zitat

    „Hier ist Arch, aber mit Catgirls, Anime-Optik und Nyaa-Energie.“

    Und ganz ehrlich? Als kleiner Otaku-kun mit Linux-Schaden hat mich das natürlich direkt angesprochen. :grinning_squinting_face:


    Was direkt auffällt: das GRUB-Theme

    Was mir sofort positiv aufgefallen ist, war das GRUB-Theme. Das ist wirklich hübsch gemacht. Nicht nur irgendein Wallpaper ins Bootmenü geklatscht, sondern es wirkt schon wie Teil des Gesamtkonzepts. Wenn man schon eine Weeb-Distro baut, dann bitte auch konsequent ab Bootloader.


    Der Nyarch Assistant

    Der spannendere Punkt ist für mich aber der Nyarch Assistant.

    Das ist kein komplett neu erfundener KI-Assistent, sondern ein Fork von Newelle. Newelle ist ein Linux-AI-Assistent, der ursprünglich nicht speziell für Nyarch gebaut wurde. Nyarch hat daraus eine eigene Version gemacht, optisch und funktional stärker auf das Anime-/Weeb-Konzept angepasst. Auf GitHub wird NyarchAssistant auch ziemlich direkt als „Nyarch Linux Assistant (Newelle Fork)“ beschrieben.

    Und das finde ich eigentlich ziemlich interessant.

    Weil die Idee dahinter nicht nur ist:

    Zitat

    „Hier ist ChatGPT, aber mit Animebild.“

    Sondern eher:

    Zitat

    „Wir bauen einen Linux-Assistenten ins System ein, der zu dieser Distro passt.“

    Der Nyarch Assistant wirkt also wie eine Mischung aus Linux-Helfer, Chatbot, Systembegleiter und Anime-Maskottchen. Je nach Version und Setup kann er mit lokalen oder externen Modellen arbeiten, Ollama wird erwähnt, es gibt Erweiterungen, Websuche, Dateiverwaltung, teilweise sogar Dinge wie VRM-/3D-Modell-Support, Call Mode, Wakeword, Memory/RAG-Kram und solche Spielereien.

    Natürlich muss man da realistisch bleiben.

    Das ist nicht plötzlich Jarvis.
    Und es ersetzt auch nicht eigenes Denken, Terminal, Wiki oder Fehlersuche.

    Aber als Konzept finde ich das schon ziemlich cool. Gerade weil Linux-Anfänger oft vor dem Problem stehen:

    Zitat

    „Ich weiß nicht mal, was ich fragen soll.“

    Ein eingebauter Assistent kann da zumindest eine Einstiegshilfe sein. Nicht perfekt, nicht magisch, aber als Begleiter im System schon irgendwie charmant. Vor allem, wenn er nicht trocken wie ein Enterprise-Support-Bot wirkt, sondern komplett in diese Anime-Distro-Identität eingebettet ist.

    Gleichzeitig gibt es natürlich bessere und flexiblere Wege, wenn man ernsthaft lokale KI nutzen will. LM Studio, Ollama direkt, Open WebUI, eigene Distrobox-Setups und so weiter. Der Nyarch Assistant ist für mich weniger der technisch beste KI-Weg, sondern eher ein Teil des Gesamterlebnisses.

    So nach dem Motto:

    Zitat

    „Wir bauen nicht nur Arch mit Anime-Wallpaper, wir geben der Distro gleich noch eine kleine digitale Begleiterin mit.“

    Und ja, das ist irgendwo absurd.

    Aber auch ziemlich passend. :grinning_squinting_face:


    Catgirl Downloader und andere Eigenheiten

    Dazu kommen noch andere eigene Tools, zum Beispiel ein Nyarch Updater und sogar ein Catgirl Downloader.

    Braucht man das?

    Nein.

    Ist das fragwürdig?

    Natürlich.

    Passt es zur Distro?

    Leider ja. :grinning_squinting_face:

    Und genau das ist für mich der Punkt: Nyarch weiß ziemlich genau, was es sein will. Es versucht gar nicht erst, die perfekte Distribution für alle zu sein. Es ist eine Nischendistro für Leute, die Arch mögen oder ausprobieren wollen und gleichzeitig Anime-/Meme-Optik feiern.


    Unter der Haube bleibt es Arch

    Unter der Haube bleibt es aber natürlich Arch. Das heißt: Rolling Release bleibt Rolling Release. Wenn etwas kaputtgeht, hilft einem am Ende nicht das Catgirl, sondern trotzdem Terminal, Wiki und ein bisschen Hirn.

    Als ernsthaftes Hauptsystem würde ich Nyarch persönlich eher nicht nehmen. Dafür ist es mir zu speziell und zu sehr Spaßprojekt. Mein Daily bleibt da eher CachyOS beziehungsweise langfristig vielleicht NixOS.

    Aber als Kuriosität, Spielwiese oder einfach als „Ich will mal sehen, wie weit man Arch in Richtung Anime drehen kann“-Experiment finde ich Nyarch ziemlich cool.


    Mein Fazit

    Braucht die Welt Nyarch?

    Wahrscheinlich nicht.

    Ist es trotzdem schön, dass es sowas gibt?

    Irgendwie ja.

    Linux muss nicht immer nur ernst, trocken und vernünftig sein. Manchmal darf eine Distro auch einfach sagen:

    Nyaa. :grinning_squinting_face:

    Das sieht schon ziemlich nice aus.

    Vor allem in Verbindung mit Bazzite in der KDE-Version oder allgemein mit Systemen, die eher für Handhelds, oder den Betrieb am heimischen Fernseher gedacht sind, finde ich so einen Bigscreen-/TV-Modus ziemlich spannend.

    Für einen normalen Desktop ist das vielleicht eher nice to have, aber für Couch-Betrieb mit Controller ergibt das für mich richtig Sinn. Steam Big Picture deckt natürlich schon viel ab, aber wenn die Oberfläche selbst stärker auf große Bildschirme ausgelegt ist, wirkt das Gesamtpaket gleich deutlich runder.

    Ich stelle mir das ziemlich gut vor: kleiner Mini-PC am Fernseher, Bazzite KDE drauf, Controller verbunden und dann Steam, Streaming, Emulatoren oder Medienkram bequem vom Sofa aus nutzen.

    Ich glaube, ich brauche langsam doch einen Mini-PC, der meiner PS5 Gesellschaft leistet. :grinning_squinting_face:

    Geht das nur mir so, oder fühlt man sich manchmal total rückständig, wenn man sieht, was andere für Tools nutzen? 😅

    Wenn ich ein bestimmtes Paket suche, lande ich oft noch klassisch auf der Repository-Webseite oder suche im Browser danach. Und Updates mache ich meistens einfach über eigene Bash-/Shell-Aliase, weil ich dann genau weiß, was ausgeführt wird.

    Dann sehe ich bei anderen Tools wie topgrade, opi, Paket-TUIs und sonstige Helfer und frage mich: Bin ich da einfach altmodisch unterwegs?

    Wie macht ihr das im Alltag?

    Terminal-Suche?
    Repo-Webseite?
    Eigene Aliase/Skripte?
    Oder Universal-Updater?

    Mein Workflow funktioniert, aber manchmal fühlt es sich an, als würde ich Repositories noch mit Kompass und Öllampe erkunden, während andere einfach ein Tool starten und fertig sind. 😄

    Kann ich gut nachvollziehen - geht mir genauso bei Arch- und Debian-based Distros, sowie bei Ubuntu-Derivaten - es ist vertraut und ich benutze es immer wieder gerne ! Z.Z. nutze ich CachyOS zum Spielen und als Daily Driver und MX Linux zum Arbeiten (wenn ich denn mal wieder arbeitsfähig bin...:1f644:).

    NixOS finde ich auch sehr interessant, habe mich aber noch nicht ran getraut...

    MX Linux fand ich am Anfang meiner Linux-Reise auch richtig interessant. Das ist wirklich eines der entspannteren Systeme, wenn man einfach ein solides und unaufgeregtes Linux haben möchte.

    CachyOS nutze ich aktuell tatsächlich auch als Daily Driver. Nicht mal hauptsächlich wegen des Kernels, sondern weil es von Haus aus sehr bequem eingerichtet ist. Ich bin da ehrlich: Mein Hauptsystem soll mir möglichst wenig Kopfschmerzen machen, aber trotzdem flexibel genug bleiben, wenn ich wieder etwas ausprobieren möchte.

    NixOS wirkt von außen wilder, als es beim ersten Reinschnuppern tatsächlich ist. Es gibt sogar einen grafischen Installer mit LXQt, XFCE, KDE und GNOME zur Auswahl. So habe ich es auch erstmal in einer VM getestet. Dass die Doku direkt lokal mitgeliefert wird, fand ich auch ziemlich angenehm.

    PS: Weiterhin gute Besserung!

    Wenn ich sehe, wie HerrRossi, juppsupp und tojacket sich durch die endlose Wüste der Linux-Distros wühlen, juckt es mich natürlich auch immer wieder in den Fingern. Man schaut erst nur zu, nickt vernünftig und sagt sich: „Nein, diesmal bleibe ich ruhig.“ Drei Minuten später lädt man dann doch wieder irgendein ISO herunter.

    Nach Void Linux bin ich also bei NixOS gelandet. Erst ganz harmlos: ein paar Tage in einer VM mit GNOME, nur mal schauen, nur mal fühlen, ganz unverbindlich natürlich. Wie das bei Linux eben immer läuft, war aus „nur mal schauen“ dann relativ schnell der Gedanke: Ach komm, Bare Metal wird schon nicht explodieren.

    Und erstaunlicherweise ist es auch nicht explodiert. Im Gegenteil: NixOS hat mir bisher sogar weniger Kopfschmerzen bereitet als Void Linux. Was mich dabei am meisten reizt, ist diese Idee, das eigene System nicht einfach Stück für Stück zusammenzufrickeln, sondern es in einer Config ziemlich klar zu beschreiben: So soll es aussehen, so soll es sich verhalten, genau das soll installiert sein.

    Das fühlt sich erstmal ungewohnt an, aber auch ziemlich mächtig. Fast so, als würde man seinem System nicht mehr hinterherräumen, sondern ihm vorher einen Bauplan hinlegen. Und genau dieser Gedanke hat mich gerade ziemlich am Haken.

    Ich glaube, NixOS wird mich noch eine ganze Weile beschäftigen. Als Nächstes will ich mir Flakes anschauen und herausfinden, wie man die Configs sauber und übersichtlich strukturiert, bevor aus der schönen Systembeschreibung wieder der nächste liebevoll gepflegte Kabelsalat wird.

    Gleichzeitig merke ich aber auch: Je tiefer ich ins Linux-Universum eintauche, desto wahrscheinlicher wird es, dass ich am Ende doch wieder irgendwo bei Debian Stable oder einer Immutable-Variante von Fedora lande. Aber bis dahin treibt mich noch die Neugier — und die Kopfschmerzen werden einfach professionell ignoriert.

    Kirutin du bist echt klasse, ich bastel zur Zeit an der quickshell, wie müsste eine optimale Leiste für dich aussehen

    Danke, Pinguin, das Kompliment gebe ich gerne zurück! 🙂

    Wobei ich gar nicht so klasse bin, wie es vielleicht wirkt. Ich lasse mir sehr viel von einer KI erklären, weil der ganze Linux-Spielplatz für mich noch ziemlich neu ist. Ich bastle mich da eher Schritt für Schritt rein und versuche zu verstehen, was ich da eigentlich tue.

    Worauf ich eigentlich hinauswollte: Seit ich angefangen habe, Hyprland zu nutzen, habe ich für mich gemerkt, dass ich von einer klassischen Leiste im Grunde nur eine Sache wirklich brauche: die Uhrzeit. Man will ja schließlich nicht zu spät zur Arbeit kommen. 😄

    Ansonsten hat sie mich innerlich eher dauerhaft abgelenkt und Bildschirmplatz geklaut. Also: Uhr als Widget auf dem Desktop, Leiste dauerhaft weg, Kiru glücklich.

    Deshalb kann ich bei dem Thema eher aus Sicht eines Nicht-Leisten-Nutzers antworten.

    Ich habe aber euren Livestream gesehen, in dem du dein Tool für die Waybar vorgestellt hast. Da konnte man doch gefühlt fast alles einstellen. Genau das wäre in meinen Augen optimal: nicht eine Leiste, die jedem denselben Workflow vorgibt, sondern ein Werkzeugkasten, mit dem man sich seine eigene Leiste so bauen kann, wie sie zum eigenen Denken passt.

    Hyprland 0.55 Lua-Migration - kleiner Erfahrungsbericht

    Moin zusammen,

    ich bin vermutlich recht früh in die Hyprland-0.55-Lua-Migration reingestolpert und wollte mal kurz festhalten, was hier so passiert ist. Vielleicht erspart es irgendwem ein paar graue Haare.

    Kurzfassung: Die neue Lua-Config funktioniert, aber sie fühlt sich am Anfang schon ein bisschen so an, als hätte jemand aus einer übersichtlichen Config ein kleines Softwareprojekt gemacht. Mächtig, ja. Übersichtlich? Naja. Kommt drauf an, wie viel Kaffee schon im Blut ist.

    Ausgangslage:

    • Hyprland 0.55.0
    • vorher klassische hyprland.conf
    • Noctalia Shell / Quickshell
    • hyprexpo per hyprpm
    • verschiedene Layout-Binds für dwindle, master und scrolling
    • Mouse-Binds für Fenster bewegen/resizen

    Was bei mir kaputtging oder angepasst werden musste:

    1. Einige alte Config-Optionen waren nicht mehr gültig

    Code
    "misc:vfr" ist jetzt "debug:vfr"
    "dwindle:pseudotile" 

    gibt es so nicht mehr und musste raus.

    2. Alte Dispatcher-Aufrufe funktionieren unter Lua anders

    Einige Sachen, die vorher in der .conf simpel waren, mussten in Lua anders gebaut werden.

    Beispiel: Fenster per Super + linke Maustaste bewegen.

    Alt:

    Code
    bindm = $mainMod, mouse:272, movewindow

    In Lua musste daraus sinngemäß werden:

    Code
    hl.bind(mainMod .. " + mouse:272", hl.dsp.window.drag(), { mouse = true })

    3. Layout-Wechsel per hyprctl keyword ging nicht mehr

    Meine alten Binds zum Umschalten zwischen dwindle/master/scrolling liefen über:

    Code
    hyprctl keyword general:layout master

    Hyprland 0.55 meldete dazu bei Lua-Configs:

    Code
    keyword can't work with non-legacy parsers. Use eval.

    Ich habe das dann direkt in Lua gelöst:

    Code
    local function set_layout(name)
       return function()
           hl.config({
               general = {
                   layout = name,
               },
           })
       end
    end

    Und dann:

    Code
    hl.bind(mainMod .. " + CTRL + 8", set_layout("master"))
    hl.bind(mainMod .. " + CTRL + 7", set_layout("dwindle"))
    hl.bind(mainMod .. " + CTRL + 9", set_layout("scrolling"))

    4. hyprexpo / Hyprland-Plugins

    Bei mir war hyprexpo zwar in "hyprpm list" noch als enabled markiert, aber:

    Code
    hyprctl plugin list

    sagte:

    Code
    no plugins loaded

    "hyprpm reload" wollte nicht sauber, und "hyprpm update" kam nicht komplett durch. Soweit ich gesehen habe, war der offizielle hyprland-plugins Stand zu dem Zeitpunkt noch nicht sauber für meine laufende Hyprland-0.55-Version gebaut bzw. geladen. Also: Expo erstmal auskommentiert und warten, bis upstream nachzieht.

    5. Noctalia App-Launcher

    Das war der fiesere Teil.

    Noctalia startete Apps in meinem Setup intern über:

    Code
    hyprctl dispatch -- exec ...

    Mit Lua-Config wurde daraus bei mir quasi ein ungültiger Lua-Ausdruck. Ergebnis: Apps wie Vivaldi, Thunar, Texteditor usw. starteten aus dem Launcher nicht mehr richtig.

    Gefixt wurde es bei mir in:

    Code
    /etc/xdg/quickshell/noctalia-shell/Services/Compositor/HyprlandService.qml

    Die Spawn-Funktion musste von altem

    Code
    "dispatch -- exec" 

    auf Lua-kompatibles

    Code
    "hl.dsp.exec_cmd(...)" 

    umgebaut werden. Ich gehe aber davon aus, dass Noctalia das bald selbst patcht, falls Hyprland 0.55 breiter ankommt und das Problem dort ebenfalls auftritt.

    6. Struktur der Config

    Früh bei der Migration ist mir aufgefallen, wie unübersichtlich die Umstellung auf Lua wirkt, wenn alles in einer einzigen Config landet. Aus einer vorher recht direkt lesbaren hyprland.conf wurde sehr schnell ein großer Lua-Klumpen: funktional, aber schön ist anders.

    Deswegen habe ich die Config relativ früh in Module zerlegt:

    • "hyprland.lua" als Einstieg
    • "modules/environment.lua"
    • "modules/monitor.lua"
    • "modules/autostart.lua"
    • "modules/options.lua"
    • "modules/animations.lua"
    • "modules/binds.lua"
    • "modules/rules.lua"

    Das macht Lua nicht automatisch schön, aber wenigstens findet man Dinge wieder, ohne innerlich zu altern.

    Mein Fazit:

    Lua ist für Hyprland sicher mächtig und langfristig wahrscheinlich spannend. Aber für normale Desktop-Configs ist es erstmal deutlich weniger direkt als die alte ".conf". Wer nur Windowrules, Binds, Layouts und ein bisschen Optik hat, wird sich vermutlich fragen, warum aus drei lesbaren Zeilen plötzlich eine kleine Funktion wurde.

    Trotzdem: Es läuft jetzt. Die meisten Probleme waren keine Totalschäden, sondern eher neue Syntax, neue Dispatch-Logik und Tools, die noch vom alten Verhalten ausgehen.

    Und ja: Ich will mein altes hyprland.conf-Gefühl trotzdem ein bisschen zurück. :grinning_squinting_face:

    Er meint, denke ich das, was Kirutin geschrieben hat, aber wenn ich klugscheissen darf. Schwuppsitzität würde eigentlich die Geschwindigkeit der Bewegung bedeuten. Es kommt vom Wortstamm aus dem süddeutschen oder niederdeutschen wuppen,oder schwuppen, also etwas schaffen oder verschieben, oder bewegen. Ursprünglich entstanden aus der lautmalersischen Beschreibung der Verschiebung eines Gegenstands.:rolling_on_the_floor_laughing:

    Sehr interessant, das wusste ich tatsächlich noch nicht. Danke, wieder was gelernt. 😄

    Ich dachte, „Schwuppdizität“ wäre einfach nur eine lustige Bezeichnung für das allgemeine Ansprechverhalten des Systems. Dass da sprachlich noch mehr dahintersteckt, ist echt cool.

    Was zum Kuckuck ist Schwundzitat :thinking_face:, immer das Fach Chinesisch von den Profis

    Ich glaube, er meint damit die Reaktionsgeschwindigkeit bzw. das allgemeine Ansprechverhalten des Systems.

    Wobei der Vergleich hinkt für mich aber etwas: andere Distro, andere SSD, CachyOS frisch installiert gegen ein Arch pur mit Zen-Kernel. Da misst man schnell mehr das jeweilige Setup als wirklich den Kernel.

    Wenn man das sauber vergleichen will, müsste man entweder den Zen-Kernel auf CachyOS testen oder den CachyOS-Kernel auf dem Arch-System. Dann wäre die Aussage deutlich belastbarer.

    Irgendwann zwischen Distro-Hopping, Paketmanager-Fluchen und „Warum hat Limine plötzlich vergessen, wo mein System wohnt?“ hat mein Gehirn beschlossen: Linux ist kein Betriebssystem mehr, Linux ist ein Fantasy-RPG. 😄🐧

    LFS – Linux From Scratch
    Der Dämonenkönig.

    Nicht einfach eine Distribution, sondern der Endboss am Ursprung.

    LFS schaut dich an und sagt:

    Zitat

    „Baue dir deine Welt selbst aus Quellcode. Wenn du nicht verstehst, was du tust, geh zurück ins Dorf.“

    LFS ist roh, kompromisslos und gnadenlos ehrlich. Da wird Linux nicht einfach installiert. Da wird es erschaffen.

    An seiner Seite stehen seine zwei treusten und gefährlichsten Champions:

    Gentoo – die rechte Hand des Dämonenkönigs
    Der Elitekrieger der Kontrolle.

    Gentoo sagt nicht: „Hier ist dein System.“

    Gentoo sagt:

    Zitat

    „Du darfst selbst entscheiden, wie du leidest.“

    USE-Flags, Compiler-Optionen, Kernel, Pakete — alles wird zur bewussten Entscheidung. Gentoo ist nicht Chaos. Gentoo ist Disziplin durch Schmerz.

    NixOS – die linke Hand des Dämonenkönigs
    Der kalte Stratege der Realität.

    NixOS kämpft nicht mit roher Gewalt, sondern mit Logik.

    Zitat

    „Beschreibe deine Realität korrekt, sonst existiert sie nicht.“

    Du hast deine Config vor dir. Dein System ist das, was dort steht. Ein falsches Semikolon, und die Realität verweigert den Build. Brutal, aber ehrlich.

    Und darunter stehen die großen Generäle:

    Debian – der alte Wächter
    Ruhig, stabil, erfahren. Debian rennt nicht jedem Trend hinterher. Debian steht da wie ein alter Ritter, der schon zwanzig Kriege überlebt hat und nur sagt:

    Zitat

    „Bleib ruhig. Wir machen das ordentlich.“

    Fedora – der Vorreiter
    Der General, der als Erster durch die Tür geht. Wayland, PipeWire, SELinux, neue Technik — Fedora testet die Zukunft, bevor andere sie anfassen wollen.

    Arch – der schnelle Klingentänzer
    Frisch, direkt, gefährlich bequem.

    Zitat

    „Hier ist alles aktuell. Hier ist das Wiki. Viel Spaß.“

    Arch zwingt dich nicht, alles selbst zu bauen, aber es erwartet, dass du lesen kannst.

    Void – der abtrünnige Assassine
    Steht irgendwo im Schatten, trägt keinen systemd-Mantel und sagt nur:

    Zitat

    „Ich brauche runit. Und deinen Schmerz.“

    Roh, eigenwillig, schnell und manchmal unnötig zickig. Aber genau deshalb lernt man dort Dinge, die einem auf bequemeren Systemen verborgen bleiben.

    openSUSE – die eiserne Strategin
    Susi ist die erwachsene Generalin mit Werkzeugkoffer, Snapper, Btrfs und Verwaltungsmappe.

    Sie ist manchmal langsam. Zypper fühlt sich gelegentlich an wie ein Antrag beim Paketamt. Aber wenn etwas schiefgeht, steht sie da und sagt:

    Zitat

    „Setz dich. Ich habe einen Rollback.“

    Und unten im Tal sitzt Linux Mint im sicheren Dorf, verteilt Tee und sagt:

    Zitat

    „Ihr könnt eure Dämonenkönige bekämpfen. Ich halte solange den Desktop für normale Menschen am Laufen.“

    Je länger ich Linux nutze, desto weniger sehe ich Distributionen als „besser oder schlechter“. Eher als verschiedene Charakterklassen mit unterschiedlichen Philosophien.

    Manche Systeme geben dir Ruhe.
    Manche geben dir Kontrolle.
    Manche geben dir Schmerzen.
    Und manche geben dir genau deshalb Wissen.

    Am Ende ist Linux für mich keine einzelne Distro mehr, sondern eine Weltkarte.

    Debian, Fedora, Arch, Void und openSUSE sind die Generäle, die man auf dem Weg kennenlernt. Jeder von ihnen bringt einem etwas anderes bei.

    Aber irgendwo weit oben sitzt LFS auf seinem Thron. Neben ihm stehen Gentoo und NixOS, seine treusten Champions.

    Und irgendwann kommt der Moment, in dem man nicht mehr fragt:

    Zitat

    „Welche Distro ist die beste?“

    Sondern:

    Zitat

    „Welchen Bossfight will ich als Nächstes?“ 😄

    pS: Nicht ganz ernst nehmen.:rolling_on_the_floor_laughing:

    Ich meine mich zu erinnern, dass Myrlyn bei mir unter Tumbleweed am Anfang auch gezickt hat. Den genauen Grund weiß ich leider nicht mehr.

    Ich installiere gerade Slowroll in einer VM, bewusst ohne Root-Passwort, und teste das Verhalten mal selbst nach. Solche kleinen Problemfälle fixen mich immer an. 😄

    Hab es jetzt in der VM ausprobiert auf openSUSE Slowroll, bei mir ging es problemlos und war schon von Haus aus installiert.

    Technisch gesehen ist es vollkommen egal, ob Benutzer- und Root-Passwort gleich sind. Mache ich bei meinen Testsystemen auch immer so.

    Wichtig ist nur, dass "su -" mit dem Root-Passwort funktioniert, damit du im Notfall eingreifen kannst.

    Kannst aber auch mit "sudo passwd root" ein neues Root-Passwort setzen.

    Hast du bei der Installation nur ein Benutzerpasswort vergeben oder zusätzlich ein separates Root-Passwort?

    Das sind zwei verschiedene Dinge. Der Dialog fragt laut Screenshot ausdrücklich nach „Passwort für root“, also nicht unbedingt nach deinem normalen Benutzerpasswort.

    Und `sudo myrlyn` ist keine gute Idee, besonders nicht unter Wayland. Root hat dort oft keinen Zugriff auf die laufende grafische Sitzung, daher:

    FATAL: Could not connect to the display.

    Myrlyn zum Testen einfach normal starten:

    myrlyn

    Die nötigen Rechte holt sich Myrlyn dann über Polkit.

    Prüf, ob dein Root-Passwort wirklich stimmt:

    su -

    Wenn "su -" funktioniert, aber der Polkit-Dialog nicht, liegt es eher an Myrlyn/Polkit.

    AT-SPI: Error retrieving accessibility bus address
    org.freedesktop.DBus.Error.ServiceUnknown

    Die Fehlermeldung ist interessant. Das deutet darauf hin, dass der Accessibility-/AT-SPI-Dienst fehlt oder nicht sauber läuft. Das muss nicht zwingend die eigentliche Crash-Ursache sein, wäre aber der erste sinnvolle Ansatz:

    sudo zypper in at-spi2-core

    Danach einmal neu starten.

    Dass Myrlyn nur read-only startet, spricht außerdem dafür, dass Myrlyn nicht sauber in den Adminmodus kommt. Myrlyn hat zwar einen read-only-Modus, aber der ist im Grunde nur zum Anschauen brauchbar, nicht zum Installieren oder Entfernen von Paketen.

    Falls du bei der Installation von openSUSE wirklich kein Root-Passwort gesetzt hast, würde ich das einmal nachholen:

    sudo -i
    passwd

    Danach neu starten und Myrlyn erneut testen.

    Hey, das klingt nach einem Problem mit der grafischen Rechteabfrage/Polkit.

    Hast du bei der Installation ein separates Root-Passwort vergeben oder läuft Adminzugriff über dein Benutzerpasswort?

    Myrlyn braucht als Paketmanager erhöhte Rechte. Schau mal im Terminal mit:

    groups

    ob dein Benutzer in der Gruppe `wheel` ist. Falls nicht:

    sudo usermod -aG wheel $USER

    Danach einmal komplett abmelden und wieder einloggen.

    Wenn es dann immer noch nicht geht, Myrlyn direkt im Terminal starten:

    myrlyn

    Dann sieht man meistens an der Ausgabe, woran der Startvorgang hängen bleibt.